Arno Boldt

Der Herbst, der Dichter und dessen Traudel

Der Herbst zerpflügt die Fensterläden
Und zeichnet wuschig Traudels Haare.
Zu Mittag schlägt man sich die Mägen
Mit roher Obst- und Fleischausgabe.

Der Herr des Hauses (Anmerk.: Dichter)
Ist Kannibale dieser Zeit:
Er frisst erst los und später bricht er
Sekundenweise Launigkeit.

In seinem room, die Hand zur Stirn,
Verbringt er leidend seine Seiten.
Wer es nie wagt, wird ihn nie stör’n;
Wer will denn auch so oft nur streiten.

Und wenn ihm wieder das Genie
Von hinten aus dem Arsche scheint;
So wünscht sich Traudel Ironie
Und Lachen dort, wo er schon greint.

Der Herbst indes liegt trauernd
Des Nachts vor dem Kamin;
Wo alte Blätter dauernd
Zerknüllt Gesichter zieh’n.

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