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Rede an Alex

Des Menschen Wolf war Dir nie gleich;
da lyrisch Du ihn oft benannt.
Und wär’ ich nicht so geistig bleich,
hätt’ ich den Deinen auch erkannt.

Mein Wolf war stets nur der
des Biermanns – ohne Krallen.
Weshalb die Zeilen mit Begehr
nun ins Gemüt mir stürzend fallen.

So bitter schmeckt der dunkle Saum,
wenn Du zurück mir kommst -
traumatisch dicht in jedem Traum.

Doch bündeln kann ich nicht
die Wut auf uns, mein Freund:
Zu schwer fällt der Verzicht.

.
Bob Olmers gewidmet

Kyoto-Kojoten (Drabble)

Als ich meinen Krimi über einen schwulen Landrat las, rief ein junger Kerl: „Warmduscher!“ Ich stand auf, applaudierte und fragte, ob er nicht auf die Bühne kommen und weiterlesen wolle. Wenn nicht, solle er gefälligst sein dummes Maul halten. Er nieste störrisch und verschwand.

Genauso angepisst verließ ich am letzten Montag das Büro meines Verlegers. Er sagte:„Machen Sie hier nicht auf Bart Simpson! Einen Vorschuss auf ihren nächsten Erguss bekommen Sie nicht. Verdammt, wir schreiben ja jetzt noch rote Zahlen!“ Es war nichts anderes als Gipfeldiplomatie, mein ganz persönliches Kyoto. Viel Gerede, keine Prozente – nur die Reisekosten wurden bezahlt.

Er sammelte schon früher seine Schäfchen um sich. Für mich allerdings ergab sich bisher noch kein Grund, wie ein Hund mit dem Schwanz zu wackeln, sobald er auftauchte. Doch als er neulich in der Kantine eine finstre Mine aufsetzte, dass es bebte, war ich davon überzeugt, er sei Gott. Und das kam so:

Herzerfreut warf ich mich auf meine Portion Spaghetti Bolognese. „Haben Sie noch Käse für meine Schnitte?“ fragte Stich mich. „Ja, bitte“, sagte ich. Beim Fressen dann spritzte ich ihn voll. Die bloße Sauce überall! Er war ein zorniger Spaghetti-Gott, und ich – was für ein Kracher: der Monstermacher.

Bologna-Sauce

Wer will denn heut’ Schavan recht eifrig loben,
die Blödeleien an den Kopf uns warf?
Sie richtet uns; drum lasst uns Stürme proben,
auf dass sie schlucken muss, und das auch brav!

Denn alle Türen links und rechts der Straße,
die fürs Studieren unentbehrlich sind;
verschlossen sich – zum Leid auch noch nach Maße:
Bergab die Grade. Hinter uns der Wind!

So lasst uns für Annette halbe Stunde,
Äbtissin, makellos auch obendrein,
jetzt diese Schnelle nutzen: Unsre Runde
wird rattern im Schädel. Brüllt auf sie ein!

Bolognisiert, so rennen wir die Beine ab –
und schreien entschlossen: „Knatterzarapp!“

Seemannsgarn

Die Sonne griff nach abgewetzten Häuten
und brannte dort ihr Siegelzeichen ein.
So voller Wärme wurd ich nur bei Bräuten,

wenn früher eins, zwei Dirnen mir mein Bein
auch lustlos rieben. Die paar Kreuzer,
die hatt’ ich immer mit dabei. Und Kei-

ner schrieb mir vor, was ich zu tun und lassen hab.
Der Landgang ist Freiheit, die See – ums zu lichten:
Das längste Gefängnis, ein offener Sarg.

Drum hör’ nicht, mein Jung, auf tumbe Geschichten;
Das Land ist dir Heimat, und du bist mir Leuchtturm,
wenn morgen ich fahre – mit Gräueln zu fechten.

Wiesennachmittag

Es spielte sich die Welt im See:
das rundherum Ergrünte
gefiel sich sehr und blümte
verwegen nebst dem Roiboschtee.

Ein Schatten fiel auf uns sehr weich.
Ich las dir kurze Zeilen;
wir jauchzten ein paar Weilen
und tanzten um den Spiegelteich.

So sommerfrisch dein Kleid im Wind.
Es fegt und wischt und flattert,
dass keine Ente schnattert –
und alle Welt weiß, dass wir sind!

Für J.S.

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